Am 5. Juli trafen sich die Teilnehmer zur Besichtigung des Watterbach-Hauses in Preunschen, einem Ortsteil von Kirchzell. Leider hatten sich nur 9 Interessierte für diese tolle Veranstaltung angemeldet. Das Leider gilt hier denen, die sich nicht für die Teilnahme entschieden haben, denn sie haben was verpasst.
Antje Vollmer gestaltete ihre Führung durch das Watterbacher-Haus sehr detailliert aber dennoch kurzweilig. Die ungewöhnliche Geschichte des Hauses selbst wurde genauso interessant vermittelt, wie die heutigen Inhalte des Hauses, das nun als Waldmuseum dient.
Die Teilnehmer erfuhren, neben der Nutzung des Waldes in den vergangenen Jahrhunderten, auch etwas über dessen zwangsläufigen „Umbau“ infolge des Klimawandels.

Im Anschluss wanderte die Gruppe zur nahegelegenen Burg Wildenberg. Unterwegs wurde am sogenannten Glasa-Felsen Halt gemacht und die dortige kleine Höhle besichtigt. Die Burg Wildenberg selbst stellt eine beeindruckende hochherrschaftliche Anlage dar, die für die damalige Zeit einige erstaunlich durchdachte technische Einbauten aufweist. Vom hohen Bergfried aus konnte man eine wunderschöne Fernsicht bis nach Amorbach genießen. Auch die Zusammenhänge zwischen Amorbach und dem britischen Königshaus waren sehr interessant und sicher nicht jedem geläufig.
Der erstaunlichste Sachverhalt ergab sich bei der Besichtigung des Rittersaals im früheren Palas. Hier befindet sich nicht nur der riesige Kaminabzug, sondern auch noch weitere bauliche Einrichtungen, welche Wolfram von Eschenbach in seiner Dichtung „Parzifal“ beschrieben hatte. Es wurde klar, dass er sich bei der Beschreibung der sogenannten Gralsburg die Burg Wildenberg als Vorbild genommen hatte. Dies kam dann auch noch dadurch zum Ausdruck, dass er diese Burg „Munsalvaesche“ (Wilder Berg) benannte.
Aufgrund seiner Formulierungen kann man davon ausgehen, dass er selbst dort zu Gast war, als er diese Textpassagen verfasste.
Die Besichtigung dieser bedeutenden Anlage ist unbedingt zu empfehlen. Von Beerfelden aus beträgt die Fahrtzeit nur 40 Minuten. Wenn möglich, dann sollten Sie sich dafür einer Führung von Frau Antje Vollmer anschließen. Sonst würden Ihnen viele wichtige Sachverhalte entgehen.
