Vor einiger Zeit habe ich von Manfred Heiss erfahren, dass auf der Sensbacher Höhe, auf dem „Berggipfel“ oberhalb des Sensbacher Friedhofes, einmal ein großer hölzerner Aussichtsturm gestanden hatte.

Dazu gibt es auch dieses Foto einer Schulklasse aus Hebstahl um das Jahr 1932 „an dem Turm auf der Sensbacher Höhe“. (aus „650 Jahre Sensbachtal“ von 2003)
Ich gehe davon aus, dass dieser Turm unmittelbar bei der dortigen Waldwiese gestanden hat, da sich hier auch der höchste Punkt dieser Erhebung befindet. Wie man auf dem Foto sieht,bestand der Unterbau aus langen Holzstangen. Ein steinerner Unterbau oder ein Fundament ist nicht vorhanden. Daher ist es auch schwierig, Spuren des ehemaligen Standortes festzustellen. Eine Komplettansicht des Turmes liegt mir leider nicht vor. Doch um hier tatsächlich eine Aussicht zu gewährleisten, muss dieser Turm auch die Baumwipfel überragt haben, was eine erhebliche Höhe voraussetzt.
Nun habe ich kürzlich, bei der Wanderung des Grafen von Merveldt in Gammelsbacherfahren, dass auf dem dortigen Eckberg ebenfalls ein solcher Aussichtsturm stand. Auch hier fehlen mir leider weitere Hinweise. Der Eckberg ist die südlichste Erhebung vor der Grenze zu Baden-Württemberg, auf der westlichen Talseite. Interessant ist, dass sich auch hier eine Waldwiese, etwa auf dem höchsten Punkt befindet.
Meine Fragen zu diesen Türmen sind natürlich, wer diese wann und zu welchem Zweck erbaut hat. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts wird man wohl überwiegend von einem touristischen Zweck ausgehen können.
Doch wenn wir die Vermutung äußern, dass diese Türme Vorgänger hatten, die eventuell schon längere Zeit an diesen Stellen standen, dann kommen wir auch in den Bereich einer möglichen militärischen Nutzung. Mir fällt dabei eine Feststellung ein, die ich bereits im Chronik-Beitrag über den Gickelsberg niedergeschrieben hatte. Auf einer Karte, die der Großherzoglich Hessische Generalstab in den Jahren von 1823 bis 1850 anfertigen ließ, steht am Gipfelpunkt des namenlosen Berges beim Sensbacher Friedhof das Wort „Signal“. Eine vermessungstechnische Angabe schließe ich aus, weil hier das dafür notwendige Dreieckssymbol fehlt. Die Bezeichnung Signal könnte daher, wie ich im Beitrag bereits festgestellt hatte, auf eine militärische Nutzung, wie der Übermittlung von Signalen (Nachrichten) hindeuten. Eine solche Nutzung wäre auch beim Gammelsbacher Eckbergdenkbar. Ob zwischen den beiden Türmen eine direkte Sichtverbindung bestanden haben könnte ist nicht gesichert. Es befindet sich zwar keine höhere Erhebung zwischen den Standorten und die Entfernung beträgt in der Luftlinie lediglich 4,8 km. Doch ist der Eckbergmit 412 m deutlich niedriger als der Berg auf der Sensbacher Höhe mit 558 m.
Da diese Türme noch zu Anfang des 20. Jahrhunderts standen, möchte ich hiermit eine öffentliche Anfrage starten. Wer hat weitere Kenntnisse zu diesen Türmen? Wer kann mehr über die genauen Standorte und deren Nutzung sagen? Hat eventuell jemand Fotos dieser Türme vorliegen? Und darüber hinausgehend, gibt es vielleicht noch weitere Standorte, die sogar eine Kette von Aussichtstürmen denkbar erscheinen lassen?
Wir warten gespannt auf Ihre Antworten.