Die Mitgliederversammlung des HGVO

Der Vorsitzende Dieter Borck begrüßte im Bürgerhaus von Beerfelden die trotz anhaltend großer Hitze erschienenen Gäste. Doch mit ausreichender Getränkeversorgung und Ventilatoren waren die Bedingungen besser als erwartet.

Im Vorstandsbericht wurde insbesondere die Bereitschaft der im letzten Jahr gewählten neuen Vorstandsmitglieder gelobt, sich in die Vereinsarbeit einzubringen. Hier wurde besonders Nabil El Kadi hervorgehoben, der als 2. Vorsitzender bereits einen großen Teil der Vorstandsarbeit übernommen hat. El Kadi erklärte, dass er bemüht ist, den Verein wieder zu einem gemeinschaftlichen Verständnis zu verhelfen, bei dem alle gleichberechtigt zusammenarbeiten und nicht nur wenige alles tun und vorgeben.

Ein aktuelles Projekt ist der Austausch der in die Jahre gekommenen Schilder an historischen Gebäuden, der im Laufe des Jahres durch den Bauhof beginnen wird. Außerdem soll auch das Pumpwerk in der Hofwiese weiter als Vereinsprojekt verfolgt werden. El Kadi berichtete auch von einer digitalen Stadtführung, bei welcher die Gäste durch Audioansagen an bestimmten Gebäuden und Plätzen Informationen zur Geschichte erhalten. Ein interessantes Konzept, da persönliche Stadtführungen sich nicht als praktikabel erwiesen haben.

Nach dem Bericht zu den Aktivitäten des Vorjahres und dem Kassenbericht von Michael Schmitt wurde der Vorstand von den Mitgliedern einstimmig entlastet.

Helmut Ulrich wurde für seine jahrelange Arbeit geehrt, die weitgehend im Stillen erfolgte, doch ohne die der Verein sich in der Vergangenheit sehr schwer getan hätte. Er wurde auf Antrag von Dieter Borck einstimmig zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt. Nabil El Kadi hielt die Laudatio und überreichte ihm eine Urkunde und Anerkennung.

Gudrun Kahles hielt im Anschluss an den internen Teil ihren Vortrag über die Pockenepidemien in Michelstadt und Beerfelden im 19. Jahrhundert. Frau Kahles hatte nach Antritt ihres Ruhestands Geschichte studiert und diese Thematik für ihre Masterarbeit ausgewählt. Mit einer von Nabil El Kadi angefertigten PowerPoint-Präsentation zeigte sie anschaulich die Geschichte der Pockenepidemien auf und berichtete von den Anfängen der sogenannten Vakzination als Mittel zur Bekämpfung der Seuche. Auch von prominenten Impfgegnern und deren zum Teil haarsträubenden Phantasiegeschichten wusste sie zu berichten. Der Einsicht des Großherzogs Ludwig I. von Hessen-Darmstadt war es zu danken, dass bereits am 6. August 1807 eine Verordnung mit Impfpflicht erlassen wurde. Durch solche gesetzlichen Maßnahmen gelang es schließlich, die Pocken dauerhaft auszurotten.

Frau Kahles erhielt im Anschluss viel Applaus. Dr. Raimund Keysser konnte als Arzt, derselbst noch Impfungen gegen Pocken durchgeführt hatte, einige interessante Informationenanfügen.

Gegen 21:00 Uhr wurde die Veranstaltung mit Beifall beendet.

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