Gleich nach Erscheinen des Artikels von Thomas Wilken im Odenwälder Echo, klingelte bei mir mehrfach das Telefon und auch Emails gingen dazu ein. Allen Mitteilern sei hiermit herzlich gedankt.
Bezüglich des Verwendungszwecks der Türme waren sich fast alle einig. Es handelte sich hierbei um Vermessungstürme, die direkt auf den sogenannten Trigonometrischen Messpunkten aufgestellt waren. Wikipedia vermerkt dazu: Es handelt sich um einen Turm, dessen Spitze zum Anpeilen dient und oft auch selbst eine Beobachtungsplattform besitzt. In Deutschland wurden in den 1930er Jahren zahlreiche Vermessungstürme errichtet. Es waren oft Holzkonstruktionen mit Höhen von bis zu 60 Meter, wie auf dem Hirschenstein in Bayern. Heute existieren nur noch wenige dieser Bauwerke.
Die großen Türme waren notwendig, weil sie auf große Entfernung sichtbar waren, um so Zwischenpunkte zu errichten. Da mittlerweile genug Zwischenpunkte existieren und das Vermessungswesen größtenteils auf GPS umgestellt ist, sind die Türme oft nicht mehr nötig.
Für unsere Region wurden mir von den Mitteilern noch ehemalige Standorte auf dem Krähberg, bei der Schutzhütte Aurora nördlich Schöllenbach, bei Schönnen und in der Gemarkung Richtung Fürth genannt. Sicher gab es noch wesentlich mehr Standorte, da sonst eine Vermessung nicht möglich gewesen wäre.
Bezüglich Schöllenbach konnte mir Herr Rudolf Brandel noch mitteilen, dass er vom Errichter des Turmes persönlich Informationen erhalten hatte. Demnach wurde der Turm vom Zimmermann Adam Ihrig aus Schöllenbach zu Anfang der 1930er Jahre dort erbaut. Der Turm hatte eine Höhe von 34 m. Adam Ihrig hatte erzählt, dass ganz Deutschland zu dieser Zeit neu vermessen wurde, um eine Generalkarte zu erstellen. Er hielt dies für eine Vorbereitung auf den bereits geplanten Krieg.
Die Festlegung von trigonometrischen Messpunkten hatte man bereits viel früher in Angriff genommen, wie auch auf Landkarten vom Anfang des 19. Jahrhunderts zu erkennen ist.

Ein alter trigonometrischer Messpunkt, vermutlich aus dem 19. Jahrhundert, in der Nähe des Höhenweges zwischen Beerfelden und Rothenberg.

Ein Vermessungsturm, der auf dem Höhenzug bei Schönnen aufgestellt war. An der Spitze des Turms sind die Platten erkennbar, über die der Standort aus der Ferne angemessen werden konnte. Mit bestem Dank an Herrn Lothar Weinrauch für die Bereitstellung des Fotos.
Lothar Weinrauch hat uns sogar noch Fotos von der Aufstellung des Turms bei Schönnen übermittelt. Diese sind hier im Anschluss eingestellt.
Nochmals herzlichen Dank, für die zahlreichen Rückmeldungen.


